Peter S. Beagle

Peter S. Beagle

Peter S. Beagle, geboren 1939 in Manhattan, gehört zu den ganz großen Fantasyautoren unserer Zeit. Er lebt in Oakland, Kalifornien. Seine größten Erfolge waren »Das letzte Einhorn«, »He! Rebeck!« und »Es kamen drei Damen im Abendrot«. Für seine Werke wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Peter S. Beagle wurde 1939 in New York geboren und wuchs in der Bronx auf.

Schon als Kind war er ein eifriger Leser: »Ich war ein dicker Junge in der Bronx, ich las sehr viel, weil ich einsam war. Ich erfand immer Geschichten für mich selbst – meist von Tieren, die sprechen können.« Eines Tages erzählte er Kindern aus der Nachbarschaft eine seiner Stories und wurde zum erstenmal von ihnen akzeptiert.

Während seiner Schulzeit schrieb er für die literarische Zeitschrift seiner Schule, und als er in der 6. Klasse war, verkündete er vollmundig, er wolle Schriftsteller werden.

1955 nahm er an einem Poesiewettbewerb für Schüler teil: Der erste Preis ging an Peter S. Beagle – es war ein Stipendium für den Studiengang »Kreatives Schreiben« an der Universität Pittsburgh, wo er 1959 seinen Abschluß machte.

Heute lebt der Schriftsteller, Drehbuchautor für Film und Fernsehen, Songschreiber, Sänger und Musiker in Kalifornien. Beagle hatte schon immer eine besondere Liebe zu Tieren, die oft Hauptfiguren in seinen Büchern sind: das Einhorn, der Rabe, die Werwölfin, das Nashorn.

Wie Peter S. Beagle zum Einhorn kam

Danach gefragt, wie er auf die Gestalt des Einhorns stieß, sagte Peter Beagle 1983 der Stuttgarter Zeitung, eigentlich wäre es umgekehrt gewesen, das Einhorn sei auf ihn gestoßen. Er hätte nach einem Stoff gesucht, und plötzlich wäre ihm die Idee gekommen, sicher nicht von ungefähr.

Als junger Mann hatte er schon einen Teil der Geschichte geschrieben, dann aber die Lust daran verloren. Seinen drei Kindern erzählte er später den Anfang, und dann wollten sie alles über das Einhorn wissen.

Auch sein Großvater hatte schon Märchen geschrieben, Beagle ist in einer Familie aufgewachsen, in der Märchen und Sagen eine wichtige Rolle spielten: »Das hat mich geprägt, Fantasy ist auch heute ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich glaube, daß sich Teile dieser Fantasy-Welt widerspiegeln, sie menschlicher machen. Wichtig ist es auf jeden Fall, sich solche Welten voller Hoffnungen vorstellen zu können, zu glauben, daß dies auch in der Realität möglich sein kann.«

Die unterschiedlichen Interpretationen, die es zum Mythos Einhorn gibt, haben ihn nicht beeinflußt. Für ihn ist es einfach ein wunderbares Fabelwesen, ein Wesen seiner Phantasie.

Beagle lebt ausschließlich von der Schriftstellerei

Beagle macht das Schreiben Spaß, aber weniger spaßig daran findet er es, daß er damit Geld verdienen muß, um Essen auf den Tisch zu bringen. In einem Interview mit Elisabeth Sherwin am 18. Oktober 1998 sagte er:

»Die Arbeit der freien Schriftstellerei wird oft verherrlicht. Aber es ist ein Knochenjob wie jeder andere auch, man muß sich an die Arbeit machen und auch dabei bleiben, wenn einem nicht die richtigen Worte einfallen wollen.«

Beagle hat Romane, Erzählungen, Artikel für Zeitschriften, Drehbücher für Film und Fernsehen und sogar ein Opernlibretto geschrieben.

»Ich habe deshalb nie in der Werbung gearbeitet, weil mir das Gott sei dank nie jemand angeboten hat.«

Aber Beagle beklagt sich nicht: »Ich könnte mir keine andere Arbeit vorstellen. Ich erzähle zu gern Geschichten.«

Er erinnert sich an den Tag, als seine Agentin ihm vorschlug, noch ein Buch über Einhörner zu schreiben. Beagle war absolut dagegen. Da fragte sie ihn: »Wann war noch mal die nächste Rate für dein Haus fällig, im Mai oder im Juni?« Also setzte er sich hin und schrieb »The Unicorn Sonata«, die Geschichte eines Mädchens aus New York, das in ein Paralleluniversum wandert, in dem Einhörner leben.

»Wenn sonst kein Geld reinkommt, kann ich sehr produktiv werden.«

Peter S. Beagle hat viele Talente

Musik war immer ein Teil seines Lebens, denn er wuchs in einer musikalische Familie auf: »Mein Vater trällerte immer vor sich hin, beim Rasieren oder beim Autofahren. Und zu Hause lief immer irgendwo Musik: Oper, Jazz, Blues oder Folk.«

Beagle trat viele Jahre lang als Musiker und Sänger auf:

»Das ist das einzige außer Schreiben, was ich sonst noch tun kann, um Geld zu verdienen. Doch, als Tellerwäscher habe ich auch schon gearbeitet, so habe ich mir die Zeit am College finanziert. Eine zeitlang trat ich immer Samstag abends in einem französischen Restaurant in Santa Cruz in Kalifornien auf, dort sang ich französisch, das ich mir mit dem Akzent von George Brassens angeeignet hatte. Das klang sehr mediterran. Im Restaurant waren Leute, die keine Ahnung davon hatten, daß ich Schriftsteller bin, daß ich englisch spreche. Mir gefiel das außerordentlich gut, denn es hatte absolut nichts mit der Schreiberei zu tun.» (Interview mit Colin Greenland im April 1999 für Paradoxa) .