William Gibson
Mustererkennung
»... Es scheint, als habe William Gibson mit seiner Abkehr vom Cyberspace die Stimmungslage erneut exakt erfasst.«
Uwe Pralle (Neue Zürcher Zeitung, 3.9.2005)
»... Und auch sein vermutlich bestes Buch.«
Gert Scobel (Bücherpick, Dezember 2004)
»... William Gibsons jüngstes, und ohne übertriebene Kühnheit läßt sich sagen: sein bestes Buch ...«
Dietmar Dath (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.8.2004)
»... Es ist in meinen Augen ein Meisterwerk, eines der ersten, das des 21. Jahrhunderts würdig ist.«
Michael Matzer (www.buchwurm.info, 13.8.2004)
Ein "neuer Gibson" -
der Erfinder des Cyberpunk schreibt über die globalisierte Welt, ein Jahr nach dem 11. September. Also kein Science-fiction Roman?
Im William-Gibson-Forum wird seit Erscheinen der amerikanischen Ausgabe engagiert diskutiert, auch die Frage, ob man den Autor denn auch erkannt hätte, wenn sein Name nicht auf dem Buch gestanden hätte? In einem Posting heißt es: "Mustererkennung" ist so typisch William Gibson, daß man fast meinen könnte, er sei von jemand anderem, der so schreiben will wie William Gibson.
Ein Rezensent der Financial Review schreibt dazu einen bemerkenswerten Satz: "Will man heute einen Roman schreiben, der völlig auf der Höhe der Zeit ist, bleibt einem nichts anderes übrig, als auf das Genre Science-fiction zurückzugreifen."
Als Gibson 1984 den Genrebegriff Cyberpunk kreierte, spielten seine Romane in einer unbestimmten Zukunft mit Internet und unglaublichen Computermöglichkeiten. Inzwischen ist der Cyberpunk der 8oer, ohne daß wir es bemerkt haben, um uns herum längst Realität geworden - alles hat sich geändert, während sich nichts geändert hat.
In Amerika hat die Zukunft schon begonnen. Das "alte" Europa erlebt Cayce Pollard, die Hauptfigur des Romans, als eine Spiegelwelt: alles ist hier anders, aber auch hier greift schon die Globalisierung.
Cayce arbeitet als Coolhunter, im Moment für einen Sportschuhhersteller in London: sie berät bei Firmenlogos und spürt Modetrends an der Basis auf. In jeder freien Minute loggt sie sich ins Internet ein. Seit einiger Zeit tauchen merkwürdige Filmclips im Netz auf, sie faszinieren, sind kult und werden fieberhaft diskutiert. Wie gehören die Schnipsel zusammen? Sind sie Teile eines Films? Was bedeuten Sie? Wer überhaupt macht sie? Und warum? Es sind suggestive Szenen, die Personen kaum zu erkennen, sie tauchen aus der Leere auf - zwei Personen? Ein Kuß? Ein weiter Strand - Cannes, vielleicht? Der Schemen eines großen Vogels?
Wieso sind Tausende User auf der ganzen Welt süchtig danach? Das Phänomen interessiert den Marketingmanager: nicht auszudenken, wenn man dies auf die Werbung übertragen könnte! Er engagiert Cayce, den Urheber dieser Filmschnipsel zu suchen. Mit Hilfe anderer Mitglieder des Fan-Forums gelingt es ihr, eine Markierung auf einem der Clips zu identifizieren.
Und damit beginnt eine Suche, die Cayce nach Tokio und schließlich nach Moskau führt. Und die sie in tödliche Gefahr bringt.
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