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Hobbit Presse Autorenwoche | Schwarzes Bayern trifft Oliver Plaschka

Wow! Vielen Dank, dass ihr die letzten Tage schon so mitgefiebert habt. Heute taucht die liebe Tina von Schwarzes Bayern mit euch in die Welt des Autors Oliver Plaschka ein. Sie hat ihn mit Fragen gelöchert und wir freuen uns auf seine Interviewantworten.

Über Oliver Plaschka

Heute wollen wir euch den Autor Oliver Plaschka vorstellen. Er ist 1975 in Speyer in Rheinland-Pfalz geboren, in Heidelberg hat er promoviert – er schrieb bereits zahlreiche Romane, z.B. „Fairwater“, welcher mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet wurde. Er hat sich den neugierigen Fragen bereitwillig gestellt.

 

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Romane? Müssen Sie sich ab und an beim Schreiben zur Disziplin ermahnen?

Ohne Disziplin ist Schreiben heute für mich nicht mehr denkbar. Bei meinen ersten Texten verließ ich mich noch darauf, dass ich im richtigen Moment eine Idee bekam, was manchmal, aber nicht immer funktionierte. Inzwischen ist es eher so, dass ich mir einen Stoff systematisch erarbeite und ausgehend von ersten Konzeptblättern immer mehr ausgestalte. Das ist aber vermutlich der normale Prozess; junge Autoren würde ich zu mehr kreativer Anarchie ermutigen.

Wie überwindet man eine Schreibblockade?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es so etwas gibt. Natürlich gibt es Tage, an denen man keine Lust zu arbeiten hat. Und es gibt echte Probleme, die Arbeit — insbesondere selbstständige, kreative Arbeit — erschweren oder sogar unmöglich machen. Aber es gibt keine spezielle „Blockade“, unter der nur wir Schriftsteller leiden, und die einen eigenen Begriff erfordern würde.

Meine persönliche Reißleine, die ich immer ziehe, wenn ich zu lange nicht weiterkomme und die Deadline droht, ist ein längerer Spaziergang, um den Kopf zu klären.

Welches Werk ist Ihr ganzer Stolz?

Das kann ich so nicht sagen. Ich wollte mit jedem meiner Bücher etwas Bestimmtes probieren, eine besondere Stimmung ausdrücken, und jedes meiner Bücher hat Passagen, die besser oder schlechter funktionieren und besser oder schlechter gealtert sind. Manche Texte sind ambitionierter als andere, die dafür vielleicht harmonischer oder besser geplottet und recherchiert sind. Was man aber sagen kann: „Fairwater“ und „Das Licht hinter den Wolken“ sind die beiden Bücher, in denen am meisten Lebenszeit steckt und deren Anfänge bis in meine Jugend reichen. Die übrigen Bücher entstanden bereits mit Blick auf ihre geplante Veröffentlichung und wurden jeweils binnen 1-3 Jahren verwirklicht.

Unter anderem schreiben Sie auch für die Perry-Rhodan-Neo-Reihe, welche immer Auftragsarbeiten sind. Können Sie sich mit Ihren Visionen gut durchsetzen oder müssen Sie oft Zugeständnisse machen?

Es ist eher umgekehrt: Man kriegt Vorgaben zur Handlung und den Informationen, die vermittelt werden müssen, in Form eines rudimentären Szenenplans. Und den gestaltet man aus, macht das Gerüst zu etwas Eigenem. Mir wurde nur sehr selten gesagt „Das geht so nicht“, meistens war das Feedback recht positiv. Teil dieser Zusammenarbeit ist aber natürlich auch, dass man weiß, was gewünscht ist. Ich habe zwar auch schon Gedichte in eins meiner Taschenhefte gemogelt, allerdings ich würde jetzt zum Beispiel kein Heft in komplett experimentellem Stil verfassen. So was würde wohl abgelehnt — aber dafür werde ich ja auch nicht bezahlt.

Was wird Ihr nächstes Projekt?

Mein nächster Roman wird nach einem Ausflug ins Historiengenre wieder ein Fantasy-Roman für Klett-Cotta. Ich glaube, es wäre dem Verlag noch zu früh, Einzelheiten zu erzählen, aber mein aktuell gepinnter Post auf Twitter zeigt Bilder der Hauptpersonen, wie ich sie mir vorstelle. Das mag vielleicht ein wenig die Fantasie beflügeln … Die Arbeit am Roman macht mir jedenfalls großen Spaß, was für mich beim Schreiben nicht selbstverständlich ist.

 

Sie sind Autor, Übersetzer und Lehrbeauftragter – was fasziniert Sie am meisten?

Ich bin im Laufe der Jahre in verschiedene selbstständige Tätigkeiten hineingewachsen, die ich lange gar nicht als Beruf ansah, sondern einfach als das, was ich tat. Gerade die Arbeit an eigenen Texten und an Übersetzungen ergänzt sich ideal, weil eigene Texte natürlich befriedigender, aber auch fordernder sind. Ich bin immer dankbar, nach einem fertigen Roman eine Weile „nur“ übersetzen zu können.

Was die Lehraufträge geht, so fürchte ich, dass ich da allmählich rausgewachsen bin. Aber in einem Seminar gemeinsam mit Studenten über fantastische Literatur zu arbeiten hat mir immer unglaublich Freude bereitet.

Was wäre Ihr Plan B gewesen, wenn das Studium in Heidelberg nicht geklappt hätte? Wären Sie trotzdem Autor geworden?

Es wäre vermessen, beides auch nur als Plan A zu bezeichnen. Ich habe studiert, weil ich nach dem Abitur nicht wusste, was ich mit meinem Leben anstellen soll. Und geschrieben habe ich schon lange vor dem Abitur.

Es war ein Glücksfall, dass ich während des Studiums in Kontakt mit interessanten Menschen und Texten kam, die dann auch Einfluss auf meine Geschichten hatten. Ein weiterer Glücksfall, dass ich gegen Ende meines langen Studiums „Fairwater“ verlegen konnte, und ein dritter Glücksfall, dass ich es ein paar Jahre  später auch schaffte, mir meinen Lebensunterhalt mit Übersetzungen zu verdienen. Ich hatte dazwischen auch tausend andere Jobs — und wenn aus dem Schreiben und Übersetzen nichts geworden wäre, hätte ich diese Jobs wohl noch heute.

 

Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Ich habe mal einen Beitrag für ein Geschenkbuch geschrieben, das genau diesen Titel trug –- „Helden der Kindheit“. Dieser Beitrag war Captain Future gewidmet, und auch wenn es natürlich nicht nur einen Helden gab, waren die Abenteuer der „Comet“ schon sehr wichtig für mich.

Was war Ihr zuletzt gelesenes Buch – und wie wars?

Das letzte Buch, mit dem ich mich gründlich befasst habe, war „In Kalabrien“ von Peter S. Beagle, das ich auch übersetzen durfte. Peter war in meinen ersten Jahren als Schriftsteller ein wichtiges Vorbild für mich, und es gibt fast kein Buch von ihm, das ich nicht empfehlen würde. An „In Kalabrien“ gefiel mir vor allem, wie subtil und sparsam die emotionalen Konflikte der Hauptfigur gezeichnet werden.

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?

Ich stecke gerade mitten in einem Umzug, von daher kann ich mich über Arbeitsmangel nicht beklagen. Generell bin ich aber niemand, der den ganzen Tag vorm Rechner sitzen will, besonders nicht im Sommer. Mein Privatleben, meine Freunde, etwas Urlaub und Sport sind mir sehr wichtig.

Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern könnten – was wäre das?

Wenn es nur eine konkrete Sache von weltweiten Auswirkungen sein soll: einen gewissen Präsidenten seines Amtes entheben.

@MarjanMurat

Vielen Dank an die liebe Tina und Oliver Plaschka für das tolle Interview! Wenn ihr Tina auf dem Blog oder ihren Social Media Kanälen besuchen möchtet, findet ihr sie hier:

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