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Hobbit Presse Autorenwoche | Bonnies Buchemotion trifft auf Peter S. Beagle

Hobbitpresse, Autorenwoche, Anthony Ryan, Interview

Nachdem Ihr gestern mit viel Fantasystoff von Nanni zu Anthony Ryan versorgt wurdet, steht heute der Fokus auf Peter S. Beagle und »Das letzte Einhorn«. Die liebe Melie von Bonnies Buchemotion wird euch heute dieses Buch und den Autor vorstellen.

 

Peter S. Beagle – mehr als (s)ein letztes Einhorn

©JessikaHädecke

New York, zwischen 1939-1949: Ein dicker Junge wird von anderen Kindern gehänselt. Er ist einsam, zieht sich in sich zurück und beginnt, sich in Bücher zu flüchten. Sein Großvater schrieb schon immer Märchen und er liebt die Freiheit, die ihm diese Welten bieten. Die Geschichten werden sein Zuhause, die Fantasie sein Zuhause und schon bald beginnt er, selbst Geschichten zu schreiben. Meistens von Tieren, die sprechen können. So weit, so normal, mag man denken… Doch dies war eben kein normaler Junge, er fasste sich ein Herz und erzählte den anderen Kindern seine Geschichten. Und dann begannen sie, ihn anzunehmen und zu bewundern. So kam es, dass der 1939 geborene Peter S. Beagle bereits in der 6. Klasse für eine literarische Zeitschrift schrieb und öffentlich verkündete, er wolle Schriftsteller werden. Mit 16 Jahren gewann er einen Poesiewettbewerb für Schüler und damit ein Stipendium für den Studiengang „Kreatives Schreiben“, den er 1959 abschloss.

Heute ist Beagle Schriftsteller, Drehbuchautor, Sänger, Songwriter und Musiker in Kalifornien. Sprechende Tiere, die schreibt er bis heute gerne. In einem Interview sagte Beagle einst, die Fantasy sei ein wichtiger Teil seines Lebens geworden. Er glaube daran, dass Teile der Fantasy-Welten sich in der Realität wiederspiegelten und sie menschlicher machten. Und sie tragen für ihn immer Hoffnung in sich, die Realität werden kann, solange man sie sich vorstellen kann. Und mit diesem Glauben an das Gute sagte er der Stuttgarter Zeitung auch einst, er wäre nie auf das Einhorn gekommen, das Einhorn hätte ihn gefunden. Bereits als junger Mann hatte er die Grundzüge der Geschichte aufgeschrieben, jedoch damals die Lust daran verloren und sie zur Seite gelegt. Als er später seinen drei Kindern den Anfang der Geschichte erzählte, wollten sie mehr über den Mythos Einhorn wissen. Er machte sich jedoch stets sein eigenes Bild dazu und ließ sich nicht von unterschiedlichen Interpretationen des Fabelwesens beeinflussen.

©JessikaHädecke

Doch ist Beagle nur ein Träumer? Absolut nicht, er ist vielmehr Realist. Die unterschiedlichen Facetten seiner beruflichen Laufbahn entspringen weder der Inspiration noch der Träumerei, sondern der puren Notwendigkeit, Geld zum Leben zu benötigen und eben das dafür zu tun, was man am besten kann und woran man Spaß hat. Und weil ihm das fast immer zum Leben gereicht hat, beklagt er sich auch nicht – im Zweifel arbeitete er nebenbei als Sänger oder Tellerwäscher. Als einmal der Vorschlag seiner Agentin laut wurde, noch ein Buch über Einhörner zu schreiben, lehnte er ab – bis sie ihm erklärte, wann die nächsten Rechnungen fällig wären. Und so schrieb er „The unicorn sonata“, eine Story über ein New Yorker Mädchen, das durch ein von Einhörnern bevölkertes Paralleluniversum wandert. Und trotz alldem liebte Beagle sein Schriftstellerdasein, auch wenn es nicht das ist, was viele in einer verherrlichenden Vorstellung davon glauben möchten.

Das Einhorn lässt ihn einfach nicht mehr los, in zahlreichen Kurzgeschichten und Werken des Autors findet es sich wieder. Zuletzt spielte es bei „In Kalabrien“ eine Rolle, das 2017 erschien . Und doch ist das Einhorn, das wir hier kennenlernen, kein Vergleich zum „letzten Einhorn“. Es ist, als sei es ein anderes Fabelwesen in der selben Gestalt, es präsentiert sich deutlich weniger Verletzlich und ist zur Rolle des „letzten Einhorns“ selbstbewusster geworden. Ein Einhorn ist eben nicht ein Einhorn – das weiß wohl keiner so gut, wie Beagle und er zeigt es uns immer wieder in seinen fantastischen Romanen, die immer wieder zu überraschen wissen.

Beagle schreibt weiter, er wird wohl nie damit aufhören, solange er atmet. Ob das ein glückliches Ende sein wird? Sagen wir es mit einem Zitat aus dem „letzten Einhorn“: „There are no happy endings, cause nothing ever ends.“

Peter S. Beagle, KlettCotta

 

Vielen Dank an die liebe Melie von Bonnies Buchemotion für diesen sehr informativen Beitrag über Peter S.Beagle.
Wenn ihr mehr über Meli erfahren wollt, dann schaut doch auf ihrem Blog und/oder ihren Social Media Kanälen vorbei.

Blog: Bonnies Buchemotion
Facebook: Bonnies Buchemotion
Instagram: Bonnies Buchemotion

>> Zur Rezension von »In Kalabrien« auf ihrem Blog

Hobbitpresse, Autorenwoche, Blogtour, J.R.R.Tolkien, Fantasy

Alle Beiträge zur Autorenwoche findet ihr hier: Hobbit Presse Autorenwoche

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Quellenangaben für die Recherche:

http://livingmythmagazine.com/blog/2015/03/10/interview-with-peter-s-beagle-author-of-the-last-unicorn/

https://www.klett-cotta.de/autor/Peter_S._Beagle/3?bereich_subnavi=zusatzinfo

https://www.deutschlandfunkkultur.de/peter-s-beagle-in-kalabrien-comeback-eines-fabeltiers.1270.de.html?dram:article_id=410713

https://nerdist.com/exclusive-interview-with-the-last-unicorn-author-peter-s-beagle/

https://www.huffingtonpost.com/gregory-weinkauf/beautiful-dreamer-discuss_b_4603543.html?guccounter=1

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_S._Beagle

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