Blog

Götter, Teufel und Zauberwesen – Schlangen in der Mythologie

Header_Schlangen_800

Die Versuchung in der Bibel, die schützende Göttin und der grausame Nordlanddrache – zum Erscheinen von Andrus Kivirähks »Der Mann, der mit Schlangen sprach« haben wir die schuppigen Tierchen kurz mal genauer unter die Lupe genommen


***
Schlangen gehören zu den Schuppenkriechtieren und stammen von echsenartigen Tieren ab, deren Extremitäten sich nahezu völlig zurückgebildet haben. Man findet sie nicht mehr nur draußen in der Natur – sie schlängeln sich auch durch Romane und über Kinoleinwände. Passend zu Andrus Kivirähks »Der Mann, der mit Schlangen sprach« wollen wir die schuppigen Tiere und ihr Vorkommen in der Mythologie einmal genauer betrachten.

Das alte Ägypten

Neben der Schlangenmutter Wadjet wurde im alten Ägypten auch der Schlangengott Mehen verehrt, der auch oft als feuerspuckendes Schlangenwesen dargestellt wurde. Mehen war ein Jenseitsgott, der den verstorbenen König auf seiner Reise durch die Unterwelt begleitete und ihn unterwegs beschützen sollte.

Heilige Schlangen bei den Griechen

Im antiken Griechenland wurden Schlangen als heilig verehrt und für unsterblich gehalten, da sie sich scheinbar beliebig häufig ihrer alten Haut entledigen konnte. Das und der Umstand, dass man Schlangen gewisse Heilkräfte nachsagte, machte sie zum Symbol für Mediziner – noch heute ist der Äskulapstab Symbol für Apotheker und Ärzte, auch wenn er inzwischen stark vereinfacht dargestellt wird.

Die Weltenschlange in Europa

In der germanischen Mythologie ist vor allem die Midgardschlange, die Weltenschlange, bekannt. Sie umspannt die ganze Welt, ist aber gleichzeitig eine der drei Weltfeinde der Germanen.

Eine Krone aus Kobras in Indien

Im indischen Volksglauben gibt es eine Göttin namens Manasa – eine juwelenverzierte Frau mit einer Krone, die aus sieben Kobras gebildet wird. Oftmals reitet sie auf einer Schlange oder einem Schwan. Manasa wird als Schutzgöttin vor Schlangenbissen verehrt, aber auch als Göttin der Fruchtbarkeit und des Wohlstandes.

Neben Manasa gibt es in der indischen Mythologie außerdem den König der Schlangen, Vasuki, der eine wichtige Rolle als Seil beim Schöpfungsmythos vom »Quirlen des Milchozeans« spielt.

Die Schlange und das Christentum

Es ist wohl eine altbekannte Überlieferung, die besagt, dass Eva im Paradies von einer Schlange verführt worden sei. Die Schlange gilt im Christentum oftmals als Sinnbild des Teufels und der Versuchung aber auch als Heilszeichen, klug und wissend.

Ringelnattern als Hausschlange

Die baltischen Völker haben Schlangen nicht nur verehrt, besonders Ringelnattern wurden gerne als Haustiere gehalten und mit Milch gefüttert. Zahlreiche abergläubische Praktiken sind mit den schuppigen Gefährten verbunden.

Nordlanddrache – Nordland-Drache?

In Kivirähks Roman spielt vor allem der Nordlanddrache eine wichtige Rolle, der sich an einem geheimen Ort schlafen gelegt hat und nun erweckt werden muss, um die Magie der Waldvölker zu retten. Tatsächlich gibt es ein Märchen aus Estland, das »Der Nordlands-Drache« heißt. Allerdings hat das Märchen mit dem Roman nur wenig gemein, denn in dem Märchen wird der Drache als grausames Monster bezeichnet, das allein mit einem einzigen Blick seine Beute dazu bringt, direkt in seinen Rachen zu laufen. Damit er nicht das ganze Land auffrisst, wird er vom Helden des Märchens getötet.

Ein paar spannende Ähnlichkeiten gibt es trotzdem! Im Märchen erlangt der Held die Fähigkeit, mit Vögeln zu sprechen – auch in Kivirähks Roman lernt Leemet, der Protagonist, mit Tieren zu sprechen, allerdings mit Schlangen. Mit sogenannten Schlangenworten vermag es Leemet, Tiere zu unterwerfen und sich als Beute anzubieten. Fast so, wie es der Blick des Nordlands-Drachen aus dem Märchen vermag!

Harry Potter und die Schlangen

Bekanntestes Beispiel für Schlangen in der modernen Literatur ist wohl die Welt von Harry Potter. Nicht nur, dass Harry ausgerechnet mit Schlangen sprechen kann, auch als tödliches Ungeheuer in Form des Basilisken taucht die Schlange auf. Mal abgesehen davon, dass sie das Haussymbol der Slytherin ist…

Drachen – die nahen Verwandten

Drachen werden in der Mythologie oftmals als schlangenartige, feuerspuckende Wesen dargestellt. Die Verwandschaft erkennt man vor allem am geschuppten Körper und den Augen. Auch das Feuerspucken ist eine Gemeinsamkeit, die beide häufig teilen, wie Mehen, der ägyptische Gott beweist. Drachen kommen in der Literatur sehr häufig vor, unter anderem auch in J. R. R. Tolkiens Werken.

Schlangen sind faszinierende, geheimnisvolle, wunderschöne und angst-einflößende Wesen. Welche Rolle sie in Andrus Kivirähks fantastischem Epos spielen – das dürft ihr selbst herausfinden!

Schon neugierig geworden? 

Hier geht’s zur Leseprobe und hier könnt ihr das Buch sofort bestellen!

Außerdem läuft gerade unsere Leserunde zum Buch auf Lovelybooks – es gibt 10 Exemplare zu gewinnen!

Teilen:

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Facebook
Twitter
YouTube
Instagram